Dienstag, 15. November 2011

KlassikAkzente werden eingestellt

Gestern flatterte mir mit der Post die neuste Ausgabe der KlassikAkzente, des Kundenmagazins der Deutsche Grammophon sowie von Labels wie DECCA, PHILIPS, etc. (alle unter dem Dach von UNIVERSAL Classics) auf den Tisch.

Wie ich dem Vorwort von Chefredakteur Andreas Kluge mit einiger Überraschung entnehmen konnte, wird diese Ausgabe dann auch die letzte ihrer Art sein - das Kundenmagazin (das regelmäßig auch im Fachhandel ausliegt) wird in seiner papierenen Form eingestellt und die Leser auf die bereits seit Jahren bestehende Homepage der KlassikAkzente verwiesen, um sich künftig über Neuerscheinungen aus dem Hause UNIVERSAL zu informieren.

Damit geht - und da übertreibt der Chefredakteur wirklich nicht - wahrhaftig eine Ära zu Ende, denn die KlassikAkzente als Kundenmagazin erscheinen immerhin seit dem Herbst 1978, also seit mehr als 30 Jahren!
So waren die KlassikAkzente denn auch das erste Klassikheft (im weitesten Sinne), das ich als Teenager in die Hand bekam und das mir auf dem unüberschaubar großen Markt der Klassiktonträger zumindest eine erste Orientierung gab...

Auch wenn ich mich in den vergangenen Jahren immer wieder mal über die werbeträchtigen Lobeshymnen in den Artikeln
dieses Heftes amüsiert habe, ist es schon komisch, dass es diese Publikation, die mich bislang während meiner kompletten "Klassik-Laufbahn" begleitet hat, nun nicht mehr geben wird.

Eigentlich war diese Entwicklung aber abzusehen - der Tonträgerbranche geht es ja seit Jahren nicht gut (wenngleich es auch im Klassiksektor deutlich besser aussieht als in der Pop- und Rockbranche) und es muss halt gespart werden.
Die KlassikAkzente erschienen erst sechs, dann nur noch vier Mal pro Jahr und auch der Versuch, aus dem mehr informativen Prospekt, der schlicht über die Neuerscheinungen der nächsten Monate informieren wollte, ab dem Jahr 1999 dem Ganzen mehr den Charakter einer wirklichen Zeitschrift (mit größeren Porträtfotos der Künstler und deutlich längeren Artikeln und Interviews) zu verleihen, schlug damit letztlich wohl fehl. Dieses "Facelifting" und Aufpeppen mit zusätzlichem Glamour hat mich übrigens nie wirklich begeistern können, da für mich der Informationscharakter über die Neuerscheinungen immer im Vordergrund stand, der seitdem oft deutlich zu kurz kam!

Die Homepage, die ich gelegentlich besuche und die man jetzt als Ersatz ausschließlich ansteuern soll, überzeugte mich bislang nicht wirklich - es bleibt zu hoffen, dass das dort jetzt künftig etwas besser wird...

Schade!

Kommentare:

  1. Dieses Heft bekomme ich auch regelmäßig. Meistens blättere ich es schnell um und schlage es gleich zu. Für mich ist es reines Werbe Material von DG und Co. Ein großartiger Pianist wie Grigory Sokolov, der von echten Klaviermusikliebhabern höchst geschätzt wird, erscheint kein einziges mal auf dem Heft, da er Studioaufnahmen ablehnt. Dies sagt etwas aus über die Qualität des Heftes.

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  2. Es ist zuweilen wirklich schade, dass sich lieb gewonnene Dinge nicht immer halten lassen. Dafür wird es bald für alle iPad Besitzer eine KlassikAkzente App geben, die das Papiermagazin digital weiterführt und kostenlos angeboten wird.

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